Wir sind hier, wir bleiben und wir schützen migrantische Strukturen in Ostdeutschland!

Berlin, 07.09.2026 – Nach dem bedauerlich starken Ergebnis der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erklären die ndo: Neue deutsche Organisationen, Migrantische Selbstorganisationen, Community-eigene Strukturen und die Menschen, die sie aufgebaut haben und tragen, bleiben in Ostdeutschland. Heute und auch in Zukunft. Ein Wahlergebnis, mag es auch noch so entsetzlich sein, verändert nicht, wem dieses Land gehört und wer hier zu Hause ist!

„Dieses Ergebnis ist alarmierend, aber es ist kein Urteil über unsere Zugehörigkeit oder unsere Zukunft in diesem Land“, erklärt Karim El-Helaifi, Geschäftsführer der neuen deutschen organisationen. „(Post-)migrantische Organisationen sind seit Jahrzehnten Bestandteil der ostdeutschen Zivilgesellschaft. Wir haben nachhaltige Strukturen aufgebaut, als es dafür kaum Unterstützung gab, und die werden wir jetzt verteidigen. Wenn eine rechtsextreme Partei mit völkischem Ansatz als stärkste Kraft in ein deutsches Landesparlament einzieht, heißt das für uns nicht Rückzug, sondern das Gegenteil: noch mehr Präsenz, noch mehr Solidarität, verstärkter Schutz für Menschen, die jetzt am meisten Angst haben, denn der Kampf um den Erhalt von Selbstbestimmung hat längst begonnen.“

Das Ergebnis in Sachsen-Anhalt ist ebenfalls eine Quittung für eine politische Strategie, die in den vergangenen Jahren in Teilen der Demokratischen Mitte verfolgt wurde: rechte Narrative zu Migration, Sicherheit und Identität zu übernehmen, in der Annahme, man könne der AfD damit Wähler*innen entziehen. Diese Rechnung ist nicht aufgegangen. Wer rechte Deutungsrahmen adaptiert, verschiebt den gesamten politischen Diskurs nach rechts, macht die Positionen der AfD gesellschaftlich anschlussfähiger, und liefert am Ende keine glaubwürdige Alternative, sondern bestätigt die Erzählung, dass die extreme Rechte die relevanten Themen setzt.

„Wer immer noch glaubt, man gewinne Vertrauen zurück, indem man die Sprache und die Themensetzung der extremen Rechten übernimmt, hat aus den vergangenen Jahren so ganz und gar nichts gelernt“, so El-Helaifi weiter. „Diese Strategie hat die AfD nicht kleiner gemacht, sondern stabilisiert und vergrößert. Wann beginnen demokratische Parteien endlich wieder damit, zu ihren eigenen Werten zurückzufinden, demokratische Räume lautstark zu besetzen, den Rechtsextremen voraus zu sein, statt sich von ihnen treiben zu lassen?“

Die neuen deutschen organisationen rufen zivilgesellschaftliche Partner*innen, demokratische Parteien und Institutionen dazu auf, migrantische Strukturen in Ostdeutschland jetzt aktiver zu stärken, statt sie allein zu lassen. Dazu zählen der Ausbau der Schutzräumen und Beratungsangeboten für Betroffene rechter Gewalt, verbindliche und unbürokratische Förderstrukturen für (post-)migrantische Selbstorganisationen abseits kurzfristiger Projektlogik, sowie sichtbare Solidarität von Mehrheitsgesellschaft und Politik mit den Menschen, die jetzt unter besonderem Druck stehen.

Kontakt: medien@neue-deutsche-organisationen.de