PRESSEMITTEILUNG
Berlin/Magdeburg, 15.09.2026
Nach dem AfD-Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt: neue deutsche organisationen und LAMSA rufen zu Solidarität und Spenden auf
Die neuen deutschen organisationen (ndo) und das Landesnetzwerk der Migrant*innenorganisationen in Sachsen-Anhalt (LAMSA) reagieren auf den bedrohlichen Wahlerfolg der AfD bei der Landtagswahl am 6. September 2026 mit einem gemeinsamen Spendenaufruf. Migrantische Organisationen in Sachsen-Anhalt müssen jetzt gestärkt werden: Strukturell und finanziell.
„Gerade jetzt müssen die Menschen wissen, dass sie nicht allein sind. Solidarität darf nicht an Landesgrenzen enden. Und sie darf nicht bei Worten stehen bleiben.“, sagt Undra Dreßler, Geschäftsführerin von LAMSA.
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die AfD mit über 40 Prozent ihr bislang einschneidendstes Ergebnis bei einer Landtagswahl erzielt und ist damit so stark wie keine andere Partei im Bundesland seit 1990. Die Wahlbeteiligung lag mit 77,8 Prozent auf einem Rekordniveau. Der Landesverband der AfD in Sachsen-Anhalt wird vom Verfassungsschutz seit 2023 als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft.
„Dieses Ergebnis ist ein Alarmsignal für die gesamte demokratische Gesellschaft, und ganz besonders für Menschen mit Migrationsgeschichte, die in Sachsen-Anhalt leben, arbeiten und sich engagieren“, erklärt Sheila Mysorekar, ndo Vorständin. „Wir erleben, wie migrantisches Leben zunehmend infrage gestellt wird. Umso wichtiger ist es, dass migrantische Selbstorganisationen jetzt allumfassend Solidarität erfahren.“
LAMSA vertritt seit 18 Jahren die Interessen von Menschen mit Migrationsgeschichte in Sachsen-Anhalt und unterstützt migrantische Vereine und Initiativen im ganzen Land. Seit der Wahl erreichen das Netzwerk zahlreiche Rückmeldungen von Menschen, die sich um ihre Zukunft, ihre Familien und ihre Sicherheit sorgen.
„Die Verunsicherung ist real. Viele Menschen fragen sich, ob sie in Sachsen-Anhalt noch selbstverständlich dazugehören und hier eine Zukunft haben“, sagt Dreßler. „Gleichzeitig dürfen wir nicht zulassen, dass Menschen mit Migrationsgeschichte für soziale Probleme verantwortlich gemacht werden, die sie nicht verursacht haben. Sie haben keine Schule kaputtgespart, kein Krankenhaus geschlossen und keine Rente gekürzt.“
LAMSA sieht deshalb gerade jetzt die Notwendigkeit, zivilgesellschaftliche Strukturen langfristig abzusichern. Beratung, Antidiskriminierungsarbeit, ehrenamtliches Engagement und lokale Netzwerke müssen auch unter schwierigeren politischen Bedingungen handlungsfähig bleiben. „Solidarität darf jetzt nicht bei Worten enden“, so Dreßler.
Die ndo, der bundesweite Dachverband migrantischer und postmigrantischer Organisationen, unterstützt LAMSA in dieser Situation ausdrücklich und ruft gemeinsam mit dem Netzwerk zu Spenden auf! Die Mittel sollen direkt in die Arbeit vor Ort fließen: in Beratungsangebote, in die Absicherung ehrenamtlicher Strukturen, in Demokratie-, und Empowerment-Projekte sowie in den Schutz von Betroffenen rassistischer Anfeindungen.
Spendenaufruf
Mit einer Spende an LAMSA unterstützen Sie migrantische Selbstorganisation in Sachsen-Anhalt konkret und direkt.
Spendenkonto LAMSA e.V.
Volksbank eG
IBAN: DE61800937840001109855
BIC: GENODEF1HAL
Spendenquittungen werden auf Wunsch ausgestellt.
Über das LAMSA
Das Landesnetzwerk (LAMSA) vertritt die politischen, wirtschaftlichen und sozialen, sowie kulturellen Interessen der Menschen mit Migrationsgeschichte auf Landesebene. Es versteht sich als deren Für-sprecher und steht gegenüber der Landesregierung, allen migrationspolitisch relevanten Verbänden, Institutionen und weiteren Migrant*innenorganisationen in anderen Bundesländern als Ansprechpartner zur Verfügung. Derzeit sind 120 Organisationen und Einzelpersonen unterschiedlicher Herkunft, kultureller Prägung sowie religiöser Zugehörigkeit im LAMSA vertreten.
Über die neuen deutschen organisationen (ndo)
Die neuen deutschen organisationen e.V. sind ein bundesweiter Dachverband von Selbstorganisationen von People of Color. Die ndo setzen sich für gleichberechtigte Teilhabe, gegen Rassismus, und für den Erhalt demokratischer Strukturen ein.
Kontakte: medien@neue-deutsche-organisationen.de; presse@lamsa.de



